Wenn Sie als Student eine langfristige Beschäftigung haben, für die Sie nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen, gilt die sogenannte Minijob-Regel: Sie müssen keine Steuern zahlen und können keine Beiträge zur staatlichen Rente zahlen. Die Segmentierung des Arbeitsmarktes ist keineswegs ein neues Thema für die Arbeitsmarktforschung. Während sich das Konzept der segmentierten Arbeitsmärkte in den 1970er Jahren im Kontext institutionell flexibler, liberaler Arbeitsmärkte entwickelte, aber auch den deutschen Fall als Ausgangspunkt heransetzte (siehe Doeringer et al. 1971; Sengenberger 1987) nimmt in Forschung und Politik die Aufmerksamkeit in jüngerer Zeit auf das Phänomen der Dualisierung und der dualisierten Arbeitsmärkte mit besonderem Schwerpunkt auf so genannten nicht standardisierten oder atypischen Beschäftigungsformen wie befristeten Arbeitsverträgen, Teilzeitarbeit, Leiharbeit oder Freiberuflern zu. Hier sind die Hauptargumente institutioneller, da die kontinentaleuropäischen Länder nun ein eigenartiges Muster der Arbeitsmarktregulierung entwickelt haben, das sich um einen gut geschützten Kern von Festangestellten dreht, die von einem relativ strengen Kündigungsschutz, einem großen Anteil an Tarifverhandlungen und einer vollständigen Integration in die Sozialversicherung profitieren. In den letzten Jahrzehnten wurde dieses Modell der Arbeitsorganisation durch einen flexiblen Teil des Arbeitsmarktes ergänzt, nachdem eine breite Bewegung zur Deregulierung und Förderung der Aufnahme von atypischen oder atypischen Beschäftigungsformen eingeleitet wurde. Dieses Muster der Arbeitsmarktreformen hat sich herausgebildet, um eine flexible Marge des Arbeitsmarktes zu schaffen, die das Beschäftigungswachstum erleichtern soll, ohne die institutionelle Stabilität des Kerns des Arbeitsmarktes in Frage zu stellen, die von etablierten Arbeitnehmern und Gewerkschaften unterstützt wird (Boeri 2010; Palier und Thelen 2010). Was befristete Arbeitsverträge (hauptsächlich im öffentlichen Sektor) betrifft, so könnte eine Aufweichung des Beschäftigungsschutzes für festangestellte Sanieren von Beschäftigten im öffentlichen Dienst auf das Niveau des Kündigungsschutzes im privaten Sektor im Gegenzug für einen leichteren Zugang zu unbefristeten Verträgen in diesem Sektor eine Lösung sein. Eine allgemeine Überarbeitung des Kündigungsschutzes für Dauerbeschäftigte im Austausch gegen einen Rechtsanspruch auf Abfindung im Verhältnis zu Gehältern und Betriebszugehörigkeit enden könnte mit einigen Beschränkungen befristeter Arbeitsverträge dazu beitragen, die Segmentierung in dieser Richtung zu erleichtern. Doch wie viele Beispiele aus anderen europäischen Ländern zeigen, sind alle Reformen, die den Kündigungsschutz in Frage stellen, politisch-ökonomisch schwierig; daher stehen sie nicht ganz oben auf der politischen Agenda. Tatsächlich haben sich die deutschen Arbeitgeber an die Verfügbarkeit verschiedener Arten von Verträgen angepasst, und Gewerkschaften (und Betriebsräte) akzeptieren implizit auch die Segmentierung der Arbeitskräfte, anstatt den Beschäftigungsschutz von Festangestellten in Frage zu stellen. Über 7 Millionen Deutsche arbeiten Minijobs, und für die meisten von ihnen ist es ihre einzige Einkommensquelle.